Gewicht & Stoffwechsel
Abnehmen und Herzgesundheit: Wie Gewichtsreduktion das Herz schützt
Wie Gewichtsabnahme – auch mit Mounjaro – Herz und Gefäße schützt: aktuelle Studien zu GLP-1-Therapien, erklärt von Kardiologin Dr. Claudia Strobl, München.
Übergewicht ist einer der wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine medizinisch begleitete Gewichtsreduktion senkt nicht nur das Gewicht, sondern entlastet auch Herz und Gefäße – sie kann Blutdruck, Blutzucker und Blutfette verbessern. Moderne Therapien wie GLP-1- und GIP/GLP-1-Medikamente (etwa Semaglutid und Tirzepatid) zeigen darüber hinaus in Studien einen direkten Nutzen für das Herz.
Warum belastet Übergewicht das Herz?
Überschüssiges Körperfett – vor allem im Bauchraum – fördert Bluthochdruck, ungünstige Blutfette, Insulinresistenz und stille Entzündungsprozesse. Das Herz muss gegen einen höheren Widerstand pumpen, und die Gefäße verkalken schneller. So steigt das Risiko für Herzinfarkt, Vorhofflimmern und Herzschwäche.
Wie wirkt Abnehmen auf das Herz-Kreislauf-System?
Eine Gewichtsabnahme von oft schon 5–10 % kann den Blutdruck senken, den Blutzucker stabilisieren und die Blutfette verbessern. Auch die Belastung der linken Herzkammer nimmt ab. Damit sinkt das Risiko für Folgeerkrankungen – und bestehende Beschwerden wie Luftnot bei Belastung können sich bessern.
Was zeigen aktuelle Studien zu GLP-1-Therapien?
Zwei große Studien sind aus kardiologischer Sicht besonders interessant. In der SELECT-Studie reduzierte Semaglutid bei übergewichtigen Menschen mit bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung (ohne Diabetes) die Rate schwerer kardiovaskulärer Ereignisse. In der SUMMIT-Studie verringerte Tirzepatid bei Menschen mit Adipositas und Herzschwäche mit erhaltener Pumpfunktion (HFpEF) die Verschlechterung der Herzinsuffizienz und verbesserte die Belastbarkeit. Diese Therapien wirken also offenbar über die reine Gewichtsabnahme hinaus.
Warum eine kardiologische Begleitung sinnvoll ist
Wer abnimmt und gleichzeitig Herz-Kreislauf-Risiken hat, profitiert von einer Betreuung, die beides zusammendenkt. Als Kardiologin prüfe ich vor und während einer Gewichtstherapie Herz, Blutdruck und Stoffwechsel – und passe die Behandlung an Ihr persönliches Risikoprofil an.
Worauf es bei einer herzgesunden Gewichtsabnahme ankommt
Nicht jede Form der Gewichtsabnahme ist gleich gut für das Herz. Eine zu schnelle, einseitige Reduktion kann zu Muskelverlust und Nährstoffmängeln führen. Aus kardiologischer Sicht zählt eine schrittweise, stabile Abnahme, die Muskelmasse erhält – durch ausreichend Eiweiß und regelmäßige Bewegung, idealerweise mit einem Anteil Krafttraining. Ebenso wichtig ist, begleitende Risikofaktoren aktiv mitzubehandeln: Blutdruck, Blutfette und Blutzucker sollten parallel kontrolliert und – wenn nötig – eingestellt werden. Bei Menschen mit bekannter Herzerkrankung achte ich zudem auf Wechselwirkungen mit der bestehenden Medikation und passe diese bei Bedarf an, etwa wenn der Blutdruck im Verlauf der Gewichtsabnahme sinkt und Medikamente reduziert werden können. Genau hier liegt der Vorteil einer kardiologischen Begleitung: Die Gewichtstherapie wird nicht als isolierte Maßnahme verstanden, sondern als Teil eines umfassenden Herz-Kreislauf-Konzepts. So profitieren nicht nur das Gewicht auf der Waage, sondern messbar auch Herz und Gefäße – und Sie wissen jederzeit, worauf es in Ihrer individuellen Situation ankommt.
Häufige Fragen
- Wie viel muss ich abnehmen, damit mein Herz profitiert?
- Schon 5–10 % weniger Körpergewicht können messbare Vorteile bringen.
- Sind Abnehmspritzen gut fürs Herz?
- Studien zeigen für Semaglutid und Tirzepatid kardiovaskulären Nutzen in bestimmten Patientengruppen. Ob das auf Sie zutrifft, klären wir individuell.
- Sollte ich vor einer Gewichtstherapie zum Kardiologen?
- Bei bekannten Herz-Kreislauf-Risiken ist eine kardiologische Einordnung sehr empfehlenswert.
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Mounjaro und andere genannte Medikamente sind verschreibungspflichtig und dürfen nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden.